Ridißer Johann

Schweizer Franken Kredite – was sollen Kreditnehmer jetzt tun?

von am 22.08.2011 in Finanzierungen

Viele Kreditnehmer stellen sich in diesen Tagen vermutlich täglich die Frage, was sie nun tatsächlich im Zusammenhang mit ihren Frankenkrediten unternehmen sollten. Es versteht sich von selbst, dass diese Frage nicht einfach zu beantworten ist, weil dies eben von der Entwicklung in der Zukunft abhängig ist.

Nachdem niemand zukünftige Entwicklungen mit Sicherheit vorhersagen kann, ist es nur möglich verschiedene Szenarien anzunehmen und jenes auszuwählen, welches für den jeweiligen Kreditnehmer selbst am wahrscheinlichsten erscheint. Entsprechend dieser Zukunftserwartung sollte dann die Vorgangsweise beim Franken-Kredit gewählt werden.

UNTERGANG oder VOLLSTÄNDIGE ERHOLUNG

Würde man an den Untergang der europäischen Währung in Form einer Totalentwertung glauben, dann wäre die logische Konsequenz den Franken-Kredit so schnell wie möglich in EURO zu konvertieren.
Nimmt man dagegen an, dass es nicht zum vollständigen Untergang des EURO kommen wird, dann würde es in diesem Szenario irgendwann auch wieder zu einer Erholung kommen müssen. Mit anderen Worten ausgedrückt, wäre es unter dieser Annahme, nur eine Frage der Zeit bis sich der Kurs des Schweizer Franken wieder im bisher gewohnten Bereich zwischen 1,45 und 1,70 einpendelt.

NICHTS UNTERNEHMEN?

Geht man von der oben beschriebenen Variante der Erholung aus, dann müsste man als Franken-Kreditnehmer, der noch mehr als 10 Jahre Kreditlaufzeit vor sich hat, nichts unternehmen – also gar nichts an der Finanzierung verändern. Tatsächlich ist es so, dass Kreditnehmer gegenüber ihrer finanzierenden Bank auch nichts zwingend verändern müssen. Allerdings ist es äußerst empfehlenswert, wenn Kreditnehmer für sich selbst Vorsorge treffen würden.

WIE VORSORGEN?

Die wohl beste Form der Vorsorge ist der Aufbau von zusätzlichen Liquiditäts-Reserven. Gerade in der jetzigen Marktlage sollte dies leicht möglich sein, weil sich der Zinssatz bei CHF-Krediten aktuell auf dem tiefsten möglichen Niveau überhaupt befindet. Dabei empfiehlt es sich als Benchmark die Zinszahlung für eine EURO-Finanzierung in gleicher Höhe, mit einem Zinssatz von 6,0% zu definieren. (Nach wie vor gilt für jede Kreditaufnahme, dass die Rückzahlung eines Kredites mit 6,0% Verzinsung langfristig leistbar sein sollte.)
Jeder Franken-Kreditnehmer erspart sich daher im Vergleich zu dieser Benchmark ca. 4,75% der Kreditsumme pro Jahr. Berücksichtigt man noch den aktuellen Kursverlust beträgt die Ersparnis immer noch ca. 4,20% p.a..  Bei einem Kreditbetrag von EUR 200.000,- sind das EUR 8.400,- pro Jahr bzw. EUR 700,- pro Monat! Spart man diesen Zinsvorteil z.B. über 5 Jahre konsequent an, dann ergibt das (ohne Verzinsung gerechnet) einen Liquiditätspolster in Höhe von EUR 42.000,-.

EGAL AN WELCHE SEZNARIEN MAN NUN GLAUBT, IN JEDEM FALL SOLLTEN FRANKEN-KREDITNEHMER JETZT ETWAS UNTERNEHMEN.