Frankenkredite – was hat die Schweiz vor?

Artikel vom 15.11.2011, veröffentlicht in Kategorie Finanzierungen

Seit der Fixierung der EUR/CHF – Untergrenze durch die SNB (Schweizer Nationalbank) von 1,20 Anfang September war der Kurs niemals gefährdet wieder unter diese Marke zu fallen. Die Schweiz konnte daher mit relativ geringen Kosten das gesetzte Limit verteidigen. Aufgrund der Tatsache, dass der aktuelle Kurs für die Wirtschaftsentwicklung der Schweiz noch immer eine große Bedrohung darstellt, fordern die Vertreter der eidgenössischen Wirtschaft ein weiteres Anheben der Kursuntergrenze auf ein Niveau zwischen 1,30 und 1,40.
Am 6. November hat Nationalbankchef Hildebrand dazu sehr eindrucksvoll Stellung genommen, denn er stellt eine Anhebung der Kursuntergrenze sehr deutlich in Aussicht. In einem Interview mit der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) sagte er wortwörtlich: “Falls es die Wirtschaftsaussichten und die deflationäre Entwicklung erfordern, stehen wir bereit, weitere Massnahmen zu treffen.”

Was bedeutet das für Franken-Kreditnehmer?
Die angeschlagene Wirtschaft der Schweiz und die hohen Reserven der SNB machen eine weitere Abschwächung, also ein Steigen des EUR/CHF – Kurses sehr wahrscheinlich. Mit anderen Worten ausgedrückt kann sich die Schweizer Wirtschaft einen starken Franken nicht leisten, während die Reserven des Staates die Verteidigung einer höheren Kursuntergrenze (bei z.B. 1,35) leicht möglich machen könnten. Hinzu kommt, dass eine Rezession auch die Arbeitslosenquote ansteigen lassen würde, was man sicherlich mit allen Mitteln vermeiden möchte.
Aus diesen Gründen erscheint also ein Ansteigen des Kurses wesentlich wahrscheinlicher als eine Bewegung in die andere Richtung. Franken-Kreditnehmer würden dann selbstverständlich zu den Gewinnern zählen. Zusätzlich profitieren Franken-Kreditnehmer ja weiterhin von besonders tiefen Zinsen, die aller Voraussicht nach auch noch lange tief bleiben werden.
Glaubt man diesen Anzeichen, dann sollte jetzt keinesfalls eine Konvertierung in EURO erfolgen, weil es ja nur noch besser werden kann.

Trotzdem empfehlen nach wie vor viele Kreditinstitute gerade jetzt ihren Kunden in den EURO umzusteigen!? Die Beantwortung der Frage ob diese “Empfehlung” von Banken im Interesse der Kreditnehmer ausgesprochen wird oder doch eher ausschließlich Eigeninteressen dient möchte ich diesmal Ihnen selbst überlassen.

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