Was sich mit 2016 bei der Grunderwerbsteuer ändert

Artikel vom 15.07.2015, veröffentlicht in Kategorie Immobilien

Im Rahmen der vor kurzem präsentierten Steuerreform 2015/2016 kommt es zu einer Neuregelung der Grunderwerbsteuer. Während bisher bei unentgeltlichen Erwerbsvorgängen von Grundstücken samt darauf errichteten Gebäuden im weit gezogenen „Familienkreis“ (insbesondere bei Schenkungen und Erbschaften) die Grunderwerbsteuer vom 3-fachen Einheitswert berechnet wurde, wird die Grunderwerbsteuer in Zukunft auch im „Familienkreis“ vom tatsächlichen Verkehrswert berechnet. Dies bedeutet künftig eine meist vielfach höhere Grunderwerbsteuerbelastung.

Während die Grunderwerbsteuer im „Familienkreis“ (und in einigen anderen Fällen) bislang 2%, grundsätzlich jedoch 3,5% betragen hat, soll zukünftig folgender Stufentarif zur Anwendung gelangen:

  • Verkehrswert bis € 250.000: zu einem Steuersatz von 0,5% = bis € 1.250
  • Verkehrswert zw. € 250.001 und € 400.000: zu einem Steuersatz von 2,0% = bis € 4.250
  • Verkehrswert über € 400.000: zu einem Steuersatz von 3,5% bei 1 Mio. € 25.250

Zwar kann es in Ausnahmefällen zukünftig zu einer geringeren Steuerbelastung kommen (z.B. bei Liegenschaften mit einem Verkehrswert von max. € 250.000, wenn der Verkehrswert nicht mehr als das 4-fache des 3-fachen Einheitswertes beträgt), in den meisten Fällen erhöht sich die zu bezahlende Grunderwerbsteuer jedoch sehr wesentlich. Geht man beispielsweise von einem Verkehrswert von € 600.000 und einem 3-fachen Einheitswert von € 180.000 aus, muss der Erwerber zukünftig € 7.650 mehr an Grunderwerbsteuer bezahlen.

Fraglich ist, wie man zukünftig gegenüber der Steuerbehörde den Verkehrswert einer Liegenschaft nachweist, insbesondere ob in jedem Einzelfall die Einholung eines kostenintensiven Verkehrswertgutachtens notwendig ist oder sich die Steuerbehörde mit „Vergleichswerten“ vergleichbarer Liegenschaftsübertragungen begnügt.

All jenen Personen, die in naher Zukunft eine Übertragung ihrer Liegenschaft (Haus, Eigentumswohnung, Grundstück) beabsichtigen, ist zu empfehlen, sich rechtzeitig über die Auswirkungen der geplanten Steuerreform auf ihr Vorhaben zu informieren. Viele Anwaltskanzleien bzw. Notariate ermöglichen ein unverbindliches und kostenloses Beratungsgespräch.

Es zeigt auch dieser Fall, dass der Staat in seinen vor keinen Maßnahmen zurückschreckt, sich neue Wege der Steuer-Beschaffung zu genehmigen. Als kritischer Geist wird Sie das nicht groß überraschen. Jedoch sollte klar sein, dass diese Form der Enteignung von vermögenden Bürgern künftig noch viele neue Episoden bringen wird. Es ist daher immer ratsam und erfolgsentscheidend das Vermögen auf legale Weise vor dem Zugriff des niemals satten Staates möglichst zu sichern.

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